37 randomisierte Studien, 2.528 Teilnehmende, ein mittlerer Effekt. Die Frage, ob Coaching wirkt, ist damit gut beantwortet. Offen bleibt, wovon die Stärke der Wirkung abhängt.
In vielen Unternehmen gilt Coaching noch als Vertrauenssache: Man kennt jemanden, der jemanden kennt. Die Forschung ist inzwischen weiter. Eine Meta-Analyse, die ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien auswertet, liefert belastbare Zahlen zur Wirkung und einen Befund, der jede Entscheidung über Coaches und Coachausbildungen betrifft.
Die Studie: nur randomisierte Designs
Erik de Haan und Viktor Nilsson haben 2023 in der Zeitschrift Academy of Management Learning & Education 37 randomisierte kontrollierte Studien mit 39 Coaching-Stichproben und zusammen 2.528 Teilnehmenden ausgewertet (de Haan und Nilsson, 2023). Randomisiert heißt: Ob jemand gecoacht wurde oder in der Vergleichsgruppe blieb, entschied der Zufall. Damit fällt die häufigste Schwäche älterer Coachingforschung weg, dass sich ohnehin motivierte Menschen ein Coaching suchen und ihre Fortschritte dann dem Coaching zugeschrieben werden.
Das Ergebnis ist ein statistisch signifikanter Effekt von Coaching am Arbeitsplatz über alle untersuchten Führungs- und persönlichen Zielgrößen. Die Effektstärke liegt bei g = 0,59, also im mittleren Bereich.
Drei Befunde für die Praxis
- Selbstauskunft und Beobachtung unterscheiden sich. Die Effekte fallen größer aus, wenn die Gecoachten selbst berichten, als wenn Dritte ihr Verhalten beobachten. Wer Coaching im Unternehmen einführt, sollte deshalb beides erheben: die Einschätzung der Gecoachten und das Urteil von Führungskraft oder Team.
- Die Qualifikation der Coaches zählt. Mit qualifizierten Coaches waren die Effekte stärker, vor allem in Settings außerhalb klassischer Führungsprogramme. Für uns ist das der Kern der Frage, wie eine Coachausbildung aufgebaut sein muss.
- Die Autoren benennen Publikationsbias. Studien mit positiven Ergebnissen werden eher veröffentlicht. Das relativiert die Höhe des Effekts. Trotzdem sprechen de Haan und Nilsson von klarer Evidenz für die Wirksamkeit von Coaching in unterschiedlichen Anwendungen.
Der Markt wächst, die Qualität streut
Die ICF Global Coaching Study 2025 zählt weltweit 122.974 Coach-Praktiker:innen, 15 Prozent mehr als 2023, bei einem Branchenumsatz von 5,34 Milliarden US-Dollar (International Coaching Federation, 2025). In Deutschland ist „Coach“ keine geschützte Berufsbezeichnung. Wer in HR oder im Einkauf Coaching beauftragt, sollte deshalb zwei Fragen stellen: Nach welchem Standard wurde ausgebildet? Und wie wurde die Kompetenz geprüft?
Was daraus für eine Coachausbildung folgt
Wenn die Qualifikation den Unterschied macht, muss eine Ausbildung Kompetenz sichtbar und prüfbar machen. In unserer Business Coach Ausbildung heißt das: beobachtete Übungscoachings mit Feedback entlang der ICF-Kernkompetenzen, Peer-Gruppen zwischen den Modulen und eine Abschlussprüfung auf Grundlage von zwei Coaching-Aufzeichnungen. Die Basisausbildung mit den Modulen 1 bis 4 ist von der International Coaching Federation als Level 1 akkreditiert.
Wo Sie heute stehen, zeigt der kostenfreie Coach-Skills-Check in rund fünfzehn Minuten.
Jahrgang Köln 2027/28 · Early Bird bis 30.11.2026
Start am 15. April 2027, acht Präsenzmodule im ISM Campus Köln, höchstens zwölf Teilnehmende. Wer sich bis zum 30. November 2026 anmeldet, erhält 125 Euro Nachlass auf die Module 1 bis 4 und weitere 125 Euro auf die Module 5 bis 8.
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Quellen
- de Haan, E. und Nilsson, V. O. (2023) What can we know about the effectiveness of coaching? A meta-analysis based only on randomized controlled trials, Academy of Management Learning & Education, 22(4). doi: 10.5465/amle.2022.0107.
- International Coaching Federation (2025) 2025 ICF Global Coaching Study: Executive Summary. Lexington: ICF. Online: coachingfederation.org.